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Terror muss bekämpft werden


"Terror muss bekämpft werden" - dieser Aussage kann man nur zustimmen; alles andere wäre Blödsinn. Hinterfragen darf man allerdings den zu betreibenden Aufwand in Relation zu den Opferzahlen, besonders wenn man diese in Bezug zu anderen Todesarten stellt. Laut dem National Consortium for the Study of Terrorism and Responses to Terrorism sind in Europa sind von 2001 bis 2010 durch Terrorismus 325 Menschen ums Leben gekommen, in Deutschland keiner. In dieser Statistik sind die zehn NSU - Opfer nicht erfasst. Verdoppelt man die Anzahl der Terroropfer in Deutschland um eine mit Sicherheit vorhandene Dunkelziffer zu erfassen, gab es in den letzten 15 Jahren ca. 20 Terrorismusopfer. Jedes dieser Opfer war eines zuviel!
Um weitere Anschläge zu verhindern sind unsere Politiker, mit Unterstützung vieler Bürger, gerne bereit, Grundrechte in Frage zustellen und persönliche Freiheiten (informelle Selbstbestimmung, Unschuldsvermutung) einzuschränken - "Totschlagargument" Sicherheit!
  • In den letzten 15 Jahren starben mehr als 70000 Menschen auf deutschen Straßen, viele davon durch überhöhte Geschwindigkeit. Weniger Tempo - mehr Sicherheit - hier sind keine Einschränkungen möglich - für mehr Sicherheit und weniger Tote?
  • Pro Jahr ertrinken 400 bis 600 Menschen in Deutschland, darunter jedes Jahr mehr Kinder als Terrortote in 15 Jahren und trotzdem werden jedes Jahr Schwimmbäder geschlossen und Schwimmunterricht entfällt - für mehr Sicherheit und weniger Tote?
  • Mehr als 70000 Tote durch Alkoholfolgen pro Jahr und trotzdem ist Bier fast überall das billigste Getränk - für mehr Sicherheit und weniger Tote?
  • Von 2000 bis 2013 wurden in Deutschland 5337 Menschen aus nicht politischen Gründen ermordet. Ca. 70 Menschen sterben pro Jahr durch Schusswaffen, davon 50 % mit legalen Schusswaffen. Gibt es deswegen mehr Kontrollen oder andere Waffengesetze - für mehr Sicherheit und weniger Tote?
Diese Beispiele zeigen, dass Politiker viel für mehr Sicherheit tun könnten, auch wenn keine spektakulären Ereignisse Anlass dazu geben.
Statt einen Überwachungsapparat, unter Einschränkung demokratischer Grundrechte, weiter auszubauen um eventuell Anschläge (Bosten 2013 und Paris 2015 zeigten, dass das nicht funktioniert) zu verhindern, sollte wir uns lieber bewusst werden, dass diese nicht zu bannende Gefahr der Preis für unsere Freiheit ist.



Eingestellt 14.01.2015