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Stuttgart 21

Mit einer Sitzblockade haben Gegner des Bahnprojekts "Stuttgart 21" eine Baustelle am Stuttgarter Hauptbahnhof für mehrere Stunden lahmgelegt. Sie verhinderten so, dass Baufahrzeuge einfahren konnten.
Kurz nach ihrer Wiederaufnahme sind die Bauarbeiten für das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 durch Proteste erneut behindert worden. (www.manager-magazin.de)


Nach jahrzehntelanger Planung, dem Überwinden aller demokratischen und bürokratischen Hürden, ist endlich eine Baugenehmigung erteilt und der Bau eines Bahnhofs soll beginnen. Aber nun treten selbsternannte "Wutbürger" auf den Plan und sprechen den Bauherrn die Legitimation zum Bau ab. Sind die Wutbürger wütend, dass der Bahnhof gebaut wird oder sind die Wütbürger über ihre eigene Blödheit wütend und lassen jetzt ihre Wut an Anderen aus. Wie blöd muss man sein um 20 Jahre lang eine kostspielige Planung ohne Widerspruch zu akzeptieren um dann zu behaupten, dieser Bau geschähe ohne Zustimmung der Bürger. Wo waren die 10000 Demonstranten denn während der Planungsphase? Wieso erdreisten sich 10000 Demonstranten diesen Bahnhofsbau als undemokratisch zu verurteilen, wo doch alle Hürden legal genommen wurden? Warum sprechen 10000 Demonstranten (mit ihren Anführern) für die Mehrheit der Stuttgarter (~ 570000)? Sind 1,7 % die Mehrheit? Ist es demokratisch, wenn die randalierende Minderheit eine Baumaßnahme stoppen kann, die von den meisten Einwohnern (~98 %) befürwortet wird bzw. neutral betrachtet wird. Wenn in Zukunft nach jahre- bzw. jahrzehntelanger Planung sogenannte Wutbürger mit Unterstützung einer sensationslüsternen Presse und umfragegeilen Politikern wichtige, legale Infrastrukturmaßnahmen stoppen können, wird sich Deutschland aus dem Konzert der Industrienationen verabschieden.

Diese Phänomen zeigt sich auch in anderen Bereichen

  • Viele Menschen wollen in Urlaub fliegen --> keiner will den Flughafen.
  • Strom ist gut --> Kraftwerke sollen nicht gebaut werden.
  • Der Strom kommt aus der Steckdose --> die Verteilernetze sollen woanders entstehen.
  • Die Autobahn wird gerne benutzt! --> an anderen Orten, aber nicht vor meiner Haustüre.
  • Jeder gefällte Baum wird als nationale Schande beklagt --> woraus sind den die Möbel der Demonstranten hergestellt?

Gemeinwohl geht über das Wohl des Einzelnen.

Die bürgerlichen Stuttgarter Wutbürger demonstrieren nicht für das Gemeinwohl, sondern für Ihr eigenes ästhetisches Empfinden, da Sie von einem modernen Bahnhof nicht abhängig sind.

Die Demonstranten berufen sich auf ein imaginäres Widerstandsrecht und wenden dabei Gewalt an, ohne dass sich die politischen Entscheidungsträger aller Parteien davon klar distanzieren.

Nachtrag:

Alle am Streit um den Bahnhofsneubau beteiligten Gruppierungen einigen sich auf einen "Stresstest" und ein anerkanntes Ingenieurbüro zur Bewertung desselben. Eine Lösung des Streits scheint nahe. Aber dann, der Stresstest bringt ein Ergebnis, dessen Ergebnis natürlich nicht beiden Seiten gefallen kann und fast reflexhaft wird das Gutachten des vorab anerkannten Ingenieurbüros angezweifelt - frei nach dem Motto "wenn ein Gutachten nicht das Ergebnis bringt, das ich erwarte, dann ist es kein Gutachten sondern ein Schlechtachten und muss von mir nicht akzeptiert werden". Hier zeigt sich im Planungs- und Bauverfahren des Bahnhofs wiederholt eine zutiefst undemokratische und unsachliche Denkweise, die kein Ergebnis bzw. keine Entscheidung, das/die nicht der eigenen Erwartung entspricht, als undemokratisch bzw. unsachlich diffamiert. Hier entlarven sich die Bahnhofsgegner einmal mehr als undemokratisch und unsachlich und damit als Diskussionspartner eigentlich nicht ernst zu nehmen.