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Kirche

Alle Probleme (Kirchenaustritte, Missbrauch, fehlender Priesternachwuchs, ...) der katholischen Kirche sind in der veröffentlichten Kritik auf wenige Ursachen zurückzuführen. Auf zwei besonders häufig genannte Kritikpunkte möchte ich hier eingehen:
-  Zölibat
-  veraltete Moralvorstellungen
-  ...
An hohen kirchlichen Feiertagen (Gründonnerstag) werden öffentliche Kirchenaustrittspartys organisiert. Kirchenaustritt als Facebook-Event mit einem Überraschungsosterei belohnt. Weglaufen statt Problemanalyse!

Zölibat

Selbstgewählte sexuelle Enthaltsamkeit von Priestern als Grund für Kirchenaustritte. Wenn mein Nachbar keine Partnerin hat, mache ich doch seine Partnerlosigkeit nicht für seine vielleicht vorhandenen Probleme oder unseren Nachbarschaftsstreit verantwortlich. Sexuelle Enthaltsamkeit wird als Argument benutzt, wenn es nützlich erscheint. Hat man jemals Mahatma Gandhi (1906 -1948 sexuell enthaltsam), dem Dalai Lama oder Mutter Teresa ihr selbst gewähltes Leben in sexueller Enthaltsamkeit vorgeworfen? Könnte man die sexuelle Enthaltsamkeit auch als Ursache ihres Wirkens sehen? Dann wäre sexuelle Enthaltsamkeit positiv und die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens aller Menschen auf der Welt.
In vielen Bereichen fehlen aus demografischen Gründen gutaugebildete Arbeitskräfte (Facharbeiter, Techniker, Krankenschwestern, Ingenieure, ...). Warum sollte der Beruf des Pfarrers davon ausgenommen sein. Wenn am Priestermangel die freiwillige Verpflichtung zur Enthaltsamkeit schuld ist, dann könnte umgekehrt am Mangel von anderen Facharbeitern fehlende Enthaltsamkeit schuld sein.

Veraltete Moralvorstellungen

Das gesamte Zusammenleben in westlichen Gesellschaften basierte im wesentlichen auf den Zehn Geboten bzw. deren moralischer Interpretation.
Das Sabbatgebot, das einen Tag der Woche der Andacht und Ruhe widmete, wird heute kaum mehr befolgt. Wirtschaftlicher Erfolg und Freizeitaktionismus sind heute wichtiger. Das Ergebnis sind Familien, die kaum mehr Zeit mit "sich" verbringen, sondern sich mit Arbeit und Aktion betäuben.
Das Elterngebot, des Ehrens von Vater und Mutter, wird nur noch so weit verfolgt, dass es dem eigenen wirtschaftlichen Erfolg nicht entgegensteht. "Altlasten" werden in Heimen entsorgt, mit all den negativen persönlichen (Einsamkeit, Pflegenotstand, ...) und wirtschaftlichen (Pflegekosten, ...) Begleiterscheinungen.
Das Mordverbot gilt nur, wenn es politisch opportun erscheint. Durch Drohnen (ferngesteuerte unbemannte Flugkörper, gesteuert von Soldaten westlicher Demokratien) werden weltweit Menschen ohne Gerichtsverhandlung getötet und auf einen vielleicht Schuldigen kommen zehn unschuldig getötete Menschen. Töten Muslime mit dem gleichen Anspruch Christen, wird dieses Töten als islamischer Terrorismus bezeichnet.
Das Ehebruchsverbot (Verbot des Ehebruchs bzw. der Unkeuschheit) gilt vielen Politikern und Medien mittlerweile als unmodern und abschaffungswürdig und die Ergebnisse einer entsprechenden Lebensweise (Alleinerziehende, Patchworkfamilien) als das Maß aller Dinge. Die Probleme dieser Lebensformen sollen dann wieder vom "Staat" aus "Gerechtigkeitsgründen" ausgeglichen und korrigiert werden. Promiskuität wird als Zeichen von Modernität und Selbstverwirklichung interpretiert, kann aber nicht ein sinnerfülltes Leben, bei dem Verantwortung für andere Menschen, über die Sexualität hinaus, übernommen wird, ersetzen.
Das Diebstahlsverbot gilt nur, wenn es dem eigenen wirtschaftlichen Erfolg nicht im Weg steht. Steuerhinterziehung ist Diebstahl an den Mitbürgern. Ausbeutung vom Mitarbeitern und Ländern ist Diebstahl an der Arbeitskraft und Umwelt anderer Menschen.
Das Falschzeugnisverbot gilt nur wenn es einem nicht schadet (Guttenberg, Wulff, Kohl, ...) und schadet medial nur kurzfristig - vorausgesetzt man kann seine Lügen begründen.
Das Begehrensverbot (Haus, Frau, Güter) wurde seit der Liberalisierung der Finanzmärkte und der Einführung des Shareholder Value als Ersatzreligion offiziell geopfert. Die Gier ist salonfähig! Ethisches Unternehmertum ist der Gesellschaft und den Menschen, in der und mit denen es seine Gewinne erwirtschaftet, verpflicht.
Als christliche Moralvorstellungen noch allgemein gesellschaftlich akzeptiert waren, war nicht alles besser bzw. gut, aber einige gesellschaftliche und wirtschaftliche Verwerfungen wurden erst durch eine Entwertung bewährter ethischer Konzepte ermöglicht bzw. erleichtert.