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Drogendelikte

Immer mehr Drogendelikte an Bayerns Schulen - Schlagzeile der Buchloer Zeitung vom 24. Januar 2017.
Statistik Zahlen haben sich verdoppelt. - Untertitel der Schlagzeile.
397 Drogendelikte und insgesamt 7200 Straftaten an Bayerns Schulen. - Information aus dem Bericht
Der Kommentar auf Seite eins beginnt mit der Überschrift "Kleinreden bringt nichts" und unterstellt Schulen, Drogen zu ignorieren und fordert Drogenprävention als Lehrplaninhalt.

Dieser Bericht und sein Kommentar (beide in schlechter journalistischer Tradition von der gleichen Person "sari" geschrieben) beziehen sich auf eine Statistik und präsentieren diese spektakulär.
Noch mehr Statistik!
In Bayern gibt es ~ 1600000 Schüler. Davon waren ca. 0,02 % in Drogendelikte verwickelt.
In Bayern gibt es ca. 6000 Schulen. Es war also jede 15. Schule betroffen, wenn man unterstellt, dass jedes Delikt an einer anderen Schule begangen wurde. An diesen "Drogenschulen" wurde also in 250 Schultagen ein Delikt ermittelt. Rechnet man das auf die in einem Schuljahr gehaltenen Schulstunden (~ 2400000000) um, wurden in 0,00002 % aller Schulstunden ein Delikt begangen. Statistischer Schwund als Schlagzeile um einer weiteren Kriminalisierung von Cannabis das Wort zu reden.
Richtig! Nahezu alle regelmäßigen Konsumenten harter Drogen (Drogensüchtige!) rauchten auch Cannabis. Werden deswegen alle Kiffer zu Fixern?
Richtig! Nahezu alle regelmäßigen Konsumenten von Alkohol (Alkoholiker! Alkoholsüchtige!) tranken auch Bier/Wein. Werden deswegen alle Biertrinker zu Alkoholikern?
Richtig! Nahezu alle verurteilten Straftäter trinken auch Wasser. Werden deswegen alle Wassertrinker zu Straftätern?
Mit Statistik lässt sich jedes ins politische oder journalistische Konzept passende Ziel untermauern.
Anstatt den Konsum von Cannabis weiter zu kriminalisieren, sollte die Drogenprävention (Alkohol, Nikotin, Drogen) für alle Suchtmittel verbessert werden und Erwachsenen zugetraut werden, das Sucht- oder Genußmittel selbst zu wählen. Dies müsste dann natürlich auch ein striktes Verbot aller Drogen für Minderjährige nach sich ziehen (zur Zeit Bier/Wein/Sekt ab 14 Jahre in Begleitung der Eltern, ab 16 Jahre alleine), mit den entsprechenden Einbußen für die Verkäufer und die "bayerische Kultur", welche trotz der enormen volkswirtschaftlichen und persönliche Schäden durch Alkoholkonsum von Politikern regelmäßig öffentlich zelebriert wird.

In Bayern gab es 2012 22000 Delikte nach dem Betäubungsmittelgesetz. Es waren also ca. 0,2 % der Bevölkerung davon betroffen.
Ca. 11 % der bayerischen Bevölkerung trinken täglich (zu viel) Alkohol!

Eingestellt 27.01.2017