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Arme Ärzte

Streit um Ärztehonorare - Bahr wirft Kassen Knausrigkeit vor
Der Gesundheitsminister nimmt die Ärzte in Schutz. Vor einem neuen Schlichtungstermin hält er den Krankenkassen vor, sie hätten deren Streikdrohungen mit überzogenen Kürzungsforderungen provoziert. Auch die hohen Rücklagen der Kassen will der FDP-Politiker nicht akzeptieren. ....Damit erhält jeder Arzt im Schnitt 1800 Euro mehr Honorar pro Jahr. Die Honorare der niedergelassenen Ärzte würden damit um 0,9 Prozent steigen. Die Ärzte hatten elf Prozent mehr gefordert. So wollte die KBV für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten 3,5 Milliarden Euro mehr aushandeln, was einem Plus von rund 23.000 Euro pro Arzt entspräche. ...
Quelle: www.spiegel.de


Nur 1800 Euro mehr pro Jahr! Dieses Angebot ist eine Unverschämtheit - 150 € im Monat - ein Lachnummer - für einen Arzt!
23000 Euro im Jahr wären angemessen - 1916,60 € pro Monat - das ist gerade so im Ordnung - für einen Arzt!
Durchschnittlich erhält ein Kassenarzt 134000 € von den gesetzlichen Krankenkassen pro Jahr (Quelle: www.taz.de). Rechnet man sonstige Einnahmen (Privatpatienten, private Behandlungen) hinzu, kommt man auf ein Durchschnittseinkommen von 165000 € bis 199000 € pro Jahr (nach Abzug der Unkosten). Selbst wenn man Steuern und Versicherungen berücksichtigt, bleibt ein angemessenes Einkommen. "Im Vergleich zu den Einkommen aller Arbeitnehmer in Deutschland liegen die zu versteuernden Einkommen der niedergelassenen Ärzte im Durchschnitt damit um ungefähr das Siebenfache höher." Zitat aus "Die Gesamthonorare für ambulant tätige Ärzte in Deutschland" von Uwe Repschläger. Berücksichtigt man die durchschnittlichen Öffnungszeiten der Praxen (ca. 28 Stunden pro Woche) und die durchschnittliche Arbeitszeit eines niedergelassenen Arztes (36 Stunden die Woche) (Quelle: Forsa-Umfrage) erscheint ein Bruttostundenlohn von ca. 100 € nicht wirklich als niedrig.

Die Ärzteverbände warnen zusätzlich vor einem Arztemangel!
Die Anzahl der Ärzte hat sich seit 1990 von 237000 auf 342000 Mediziner, davon ca. 150000 niedergelassene Ärzte, erhöht. Die Anzahl der Patienten ist dabei gleich geblieben bzw. schrumpft. Auf einen niedergelassenen Arzt kommen weniger als 600 Einwohner. Das Einkommensniveau der Ärzte ist in der gleichen Zeit gestiegen. Dies läßt nur zwei Schlußfolgerungen zu:
Die Ärzte haben schlecht gearbeitet, weil die Menschen in dieser Zeit kränker wurden und deshalb mehr Arztbesuche nötig waren oder die Kosten pro Patient haben sich enorm erhöht, ohne das die Gesundheit besser geworden wäre.

Kein junger Mensch wird gezwungen Medizin zu studieren! Er tut dies, weil er es will! Für die Kosten des Studiums kommen überwiegend die Steuerzahler auf!  Ein Medizinstudium kann genausowenig die Garantie für ein weit überdurchschnittliches Einkommen sein, wie jedes andere Studium. Ein niedergelassener Arzt ist ein Unternehmer, der sich genauso durch Qualität durchsetzen muss, wie jeder andere Unternehmer. Einen staatlichen Bestandsschutz mit Spitzeneinkommen kann es nicht geben und Insolvenzen gibt es, seit es Unternehmer gibt.

Statistische Daten aus Deutschland zum Nachdenken:
ca. 800 000 Vollzeitbeschäftigte verdienen weniger als 1000 € Brutto im Monat
ca. 8 000 000 Beschäftigte in verdienen weniger als 9,15 € Brutto pro Arbeitsstunde
ca. 40 000 € Brutto Durchschnittsjahreseinkommen hat ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer

eingestellt am 03.09.2012