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Jugendbeauftragter


Der Stadtrat der Stadt Buchloe beauftragte am Anfang der Legislaturperiode fünf Stadträte als Jugendbeauftragte. Drei Jahre lang fanden nun auf Initiative des Stadtjugendpflegers im Jugendzentrum Treffen von Jugendbeauftragten und Jugendlichen („Jugend trifft Politik“, zwischen 10 und 20 Besucher) statt, bei denen die Jugendbeauftragten Fragen beantworteten und Anregungen von Jugendlichen aufnahmen um diese im Stadtrat vorzubringen. Mit diesen Anliegen durchzudringen ist mühsam und braucht Zeit, ist aber manchmal erfolgreich, wie der auf Anregung der Jugend im Jahr 2018 zu bauende Outdoor-Fitnesspark zeigt.

Wenn sich nun Jugendliche zusammenschließen um ihre eigene Interessenvertretung abseits der Institutionen aufzubauen ist das nur zu begrüßen, aller Ehren wert und zu unterstützen.

Wenn sich allerdings etablierte Gruppen (Junge Union / JUSOS / Kinderschutzbund / Stadtjugendpfleger) zu einem Arbeitskreis Jugendpartizipation zusammenschießen, ohne die Jugendbeauftragten mindestens informell zu beteiligen, ist das einfach schlechter Stil und absolut illoyal gegenüber denen, die bisher versucht haben, die Interessen der Jugendlichen im Stadtrat zu vertreten. Besonders peinlich ist es für die Jugendbeauftragten, wenn sie zu einer öffentlich beworbenen Veranstaltung „Kinder- und Jugendbeteiligung“ (am 21.2.2018) dieses Arbeitskreises vorab von Bürgern befragt werden und dazu nichts wissen.

Die zu dieser Veranstaltung einladenden Personen sind keine Jugendlichen (12-18 Jahre). Die Vertreter der Jungen Union und der JUSOS sind Erwachsene, welche bereits in den Vorständen der Ortsverbände ihren Sitz haben. Dort hätten sie seit Jahren die Möglichkeit gehabt, Jugendthemen über die Fraktionen in den Stadtrat zu bringen – nicht geschehen! Woher also dieses plötzliche Interesse? Muss man im Jahr der Landtagswahl öffentlich sichtbar sein oder sich zwei Jahre vor der Kommunalwahl langsam in Position bringen?

Der Kinderschutzbund Buchloe zeigte bisher öffentlich kein Interesse an Jugendlichen, ist aber nun „zuständiger“ als die Jugendbeauftragten. Apropos Kinderbeteiligung für Buchloe: Kinder (jünger 12 Jahre) an Entscheidungen oder der Entscheidungsfindung beteiligen – dann kann man gleich die Eltern fragen, da Kinder i.d.R. die Meinung der Eltern widergeben.

Diese Vorgehensweise des AK Jugendpartizipation veranlasst mich, die Funktion des Jugendbeauftragten in der nächsten Stadtratssitzung aufzugeben.

Das Interesse der Jugendlichen an der Veranstaltung am 21.2.2018 war übrigens so groß, dass der eine anwesende Jugendliche sich jetzt bestimmt gut vertreten fühlt. Ob diese Vertretung dann allerdings repräsentativ für die Anliegen der Buchloer Jugendlichen ist, wage ich zu bezweifeln.

Eingestellt 22.02.2018

Nachtrag 28.02.2017

Ich finde Leserbriefe gut, weil sie Meinung abbilden und von Menschen stammen, welche sich zu ihnen wichtigen Themen öffentlich positionieren.
Ich finde Leserbriefe ganz besonders gut, wenn sie privat geschrieben werden und die leitende Funktion in einer Organisation nicht genannt wird, obwohl sie direkt mit dem Inhalt des Leserbriefs zu tun hat. Noch besser finde ich, wenn am Namen auch nicht erkennbar ist, dass die schreibende Person  mit einer der handelnden Personen verheiratet ist.

Private Leserbriefe von mir werden nicht abgedruckt, da ich Stadtrat bin!