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Flächenverbrauch

18 Hektar Flächenverbrauch pro Tag in Bayern. Natürlich eine enorme Zahl - 180000 m² werden täglich zugebaut für Siedlungs- und Verkehrsflächen. Wie groß ist diese Fläche, wenn man sie in Bezug zur Größe Bayerns (~70550 km² oder 7055000 ha) setzt?
Pro Tag werden 0,00026 % und pro Jahr 0,09 % der Fläche Bayerns verbraucht. Auf Grundlage der Daten des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz ergibt sich in der Zeit von 1981 bis 2014 insgesamt ein Flächenverbrauch von ca. 3,5 % der Staatsfläche, wobei pro Tag zwischen 15,2 ha und 28,4 ha verbraucht wurden (https://www.stmuv.bayern.de/umwelt/boden/flaechensparen/pic/flaechenverbrauch2013.jpg
Schaut man genauer hin, wird diese Fläche natürlich nicht komplett verbaut. In ihr sind Grünflächen, Gärten, Grünstreifen, ... enthalten.
Den Flächenverbrauch pauschal anzuprangern sieht ökologisch aus und ist vermeintlich vorausschauend. In Wirklichkeit ist es zutiefst egoistisch, im eigenen Haus sitzend, den Flächenverbrauch für andere Häuser - Neubaugebiete - anzuprangern. Hat man selber eine sichere Arbeit, ist es leicht die Ansiedlung von Gewerbe, mit den dadurch entstehenden Arbeitsplätzen, abzulehnen.
Den Flächenverbrauch sinnvoll zu lenken, ist Aufgabe einer vorausschauenden Kommunalpolitik.  "Perspektiven ohne Verschwendung" sollte das Motto sein. Müssen Baugrundstücke für Einfamilienhäuser wirkliche 600 m² groß sein. Man kann auch um das Haus gehen und bequem wohnen, wenn das Grundstück 400 m² groß ist und die Bauleitplanung vernünftig geregelt ist. Auf drei Hektar Baugrund könnten dann statt 50 Häusern 75 Bauten entstehen. Das verringert den Flächenverbrauch pro Person und spart Geld.
Flächenbedarf ist ein Indikator für Wohlstandszuwachs. Unsinnige Flächenzurückhaltung führt mittelfristig zu Wohlstandsverlusten für alle, da Betriebe und Menschen wegen mangelnder Perspektiven abwandern. Die Folgen dieser Abwanderung besonders junger Menschen (Schließung von Schulen, Kindergärten, Geschäften der Grundversorgung, Ausdünnung der medizinischen Infrastruktur, ...) sind jetzt schon in einigen Regionen Bayerns und Deutschlands zu spüren.


Eingestellt: 13.05.2015