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Flächenfraß

Pro Tag werden in Bayern 13 Hektar Grundfläche durch Siedlungs- und Verkehrsflächenbau verbraucht. Um das zu reduzieren muss die vorhandene und die neu versiegelte Fläche besser genutzt werden.
Das Neubaugebiet im Buchloer Süden (beim neuen Kindergarten Buchloer Gennachspatzen) zeigt beispielhaft wie man fast alles nicht machen kann, was jetzt und zukünftig richtig ist und wäre.
Vergrößerung der Grundstücksflächen (bis 700 m²) um Streit zwischen den Bewohnern zu reduzieren, welcher im "Osten" angeblich vermehrt durch zu kleine Grundstücke vorkäme! Das war das einzige Argument für die Vergrößerung der Grundstücke. Diese Absurdität würde in letzter Konsequenz bedeuten, dass in Einfamilienhäusern nur "Asoziale" leben, welche Raum brauchen, da sie kein Sozialverhalten haben. In Doppelhäusern oder Wohnungen dagegen leben gut verträgliche Menschen. Die Stadt Buchloe (der Stadtrat!) kümmert sich also vor allem um die reichen Asozialen, welche sich das Bauen in Buchloe noch leisten können - die müssen übrigens durch die Grundstücksvergrößerungen noch ein bisschen wohlhabender sein.
Gleichzeitig erfolgt die Festlegung auf den Bau von Einfamilienhäusern mit einer Grundflächenzahl 0,4 und einer Geschoßflächenzahl 0,6.
Dies bedeutet eine maximal mögliche Bebauung von:
GrundstücksflächeÜberbaute FlächeWohnfläche
700 m² 280 m² 420 m²
600 m² 240 m² 360 m²
500 m² 200 m² 300 m²
400 m² 160 m² 240 m²
Die für Einfamilienhäuser vorgesehenen Grundstücke sind also durchschnittlich für eine Wohnfläche von 360 - 420 m² :) geeignet. Die Nichtausnutzung des Baurechts ist also vorprogrammiert und befördert den zusätzlichen Flächenbedarf, weil die vorhandene Fläche baurechtlich nicht optimal genutzt wird. Neubaugebiete nicht optimal zu nutzen, aber in vorhandenen Baugebieten auf eine Nachverdichtung zu dringen ist - freundlich beschrieben - "originell".
Die gerne beschworene Familienfreundlichkeit könnte man flächen- und geldbeutelschonend durch kleinere Grundstücke beweisen. Die Anzahl der zu bebauenden Grundstücke könnte um 50 % gesteigert werden, wenn man eine Grundstücksgröße von 400 m² anstreben würde. Dann könnten Einfamilienhäuser leider nur noch 240 m² :( Wohnfläche haben. Ich meine, dass ist immer noch groß genug um nicht ständig mit den Nachbarn zu streiten, vielleicht ziehen wegen der kleineren Grundstücke dann auch nur die "Sozialverträglicheren" ein.
Die bräuchten dann auch nicht die geplanten 8,50 Meter breiten Verkehrsflächen (Straße, Radweg, Fußweg), welche im Wohngebiet als Autorennstrecken gebaut werden sollen, damit man sich nachher wieder über die Raser (natürlich immer die Anderen) aufregen kann. Verkehrsflächen mit einer Breite von 5,50 Meter für alle Verkehrsteilnehmer gemeinsam (im Lindenberger Süden verwirklicht) bremsen den Verkehr, erhöhen die Rücksichtnahme, reduzieren die Flächenversiegelung und würden Platz für zusätzliche Häuser schaffen. So wären ca. 7 zusätzliche Bauplätze bei gleichzeitiger Geschwindigkeitsreduzierung möglich gewesen.

Weiter so - Städte für Autos, statt für Menschen - Wohnraum für weniger noch Wohlhabendere, statt mehr Wohnraum für weniger Wohlhabende!

Eingestellt 22.01.2018