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Festsiegel - Rote Meile


"Die Volksvertreter kippten ihren zuletzt im Oktober 2014 erneuerten Beschluss und hoben die strengen Regeln für das „Allgäuer Festsiegel“ auf – zumindest für die Faschingszeit. Für sommerliche Großveranstaltungen wie etwa ein Gauschießen, ein Feuerwehrfest oder ein Bezirksmusikfest soll das Festsiegel weiter gelten." berichtet die Buchloer Zeitung am 28.01.2015.

"Es wird zu wenig für die Jugend getan" - "In Buchloe ist nichts los" - "Man kann über 18jährigen nicht vorschreiben wie lange sie feiern"  
Diese Vorwürfe standen im Raum und verdienen es genauer betrachtet zu werden.
Es wird zu wenig für die Jugend getan: Als Jugendbeauftragter des Stadtrates wurde ich kein einziges Mal von Jugendlichen angesprochen. Ich sehe hier ein enormes Anspruchsdenken - tut was für uns, auch wenn wir vorher nicht sagen was wir wollen, nachher können wir immer noch meckern. Kino und Disco sind übrigens Aufgaben für ein privates Unternehmen und nicht für den Stadtrat.
In Buchloe ist nichts los: In Jengen auch nicht und auch nicht in Waal, Hausen und Honsolgen. Manche für junge Menschen attraktive Lokale rechnen sich für ein Unternehmen erst ab einer gewissen Besucherzahl - daran kann kein Stadtrat etwas ändern. Wenn es so einfach ist, so ein Lokal erfolgreich zu betreiben, frage ich mich, wieso die vor zehn Jahren jungen Menschen - die die gleichen Vorwürfe erhoben - dieses Problem nicht mittlerweile durch eigenes unternehmerisches Engagement lösten.
Man kann über 18jährigen nicht vorschreiben wie lange sie feiern: Wenn dieses Argument richtig wäre, müsste man die Sperrstunde ganz aufheben und auch den Ladenschluss dürfte man nicht mehr reglementieren, da dieser Erwachsene ebenso einschränkt. Denkt man dieses Argument zu Ende, bedeutet es die Abschaffung aller Gesetze und Verordnungen, die unser Zusammnleben regeln, da sie alle die individuellen Freiheiten des Einzelnen beschneiden.

Es wird interessant werden, wie die Stadträte, welche jetzt der generellen Ausnahme für den Fasching zustimmten, ihre Ablehnung einer Ausnahme für sommerliche Veanstaltungen begründen werden. Hier wird sich der Wankelmut bezüglich einer richtigen Entscheidung 2013 (Einführung Festsiegel) und 2014 (Bestätigung Festsiegel) rächen und der Vorwurf der Willkür wird zu Recht erhoben werden.


eingestellt 29.01.2015